Saline

Die Saline

Die einzige Pfannensaline.
Wir können es nicht leugnen: Wir sind ein Relikt aus einer anderen Zeit. Aber wir fühlen uns prima dabei. Luisenhall ist die letzte noch in Betrieb befindliche Pfannensaline Europas. Im Lauf eines Jahres produzieren wir gerade mal so viel Salz wie die Großen unserer Branche vor der Frühstückspause. Aber das Salz ist auch nicht wirklich vergleichbar. Es wird als konzentrierte Sole aus 450 Metern Tiefe ans Göttinger Tageslicht gefördert. Oben angekommen, wird diese Sole in riesigen flachen Pfannen erhitzt, bis das Salz kristallisiert und abgeschöpft werden kann. Dieses Verfahren ist rund tausend Jahre alt.

Und abgesehen davon, dass die ursprünglich eingesetzte Wasserkraft irgendwann durch die Kraft der Elektrizität abgelöst wurde, hat sich seitdem relativ wenig geändert. Es ist mühevoll, nur bedingt ökonomisch, und dennoch lohnend. Nämlich in Bezug auf die Qualität. Und es ist eine der letzten Möglichkeiten, sich in natura anzuschauen, wie man zu Kaisers Zeiten Salz produzierte. Denn wir sind zugleich ein Industriedenkmal, das man besichtigen kann. 

Wer war Luise?
Es gab einmal eine Zeit, da trugen Unternehmen noch nicht von hochbezahlten Designagenturen erdachte global schutzfähige Kunstworte oder kryptische Buchstabenkürzel als Namen. Sondern ganz schlicht den Namen der Mutter des Inhabers.
In unserem Falle den der früh verstorbenen Mutter der Brüder Louis und Theodor Laporte, die die Saline als zweite Besitzer im Jahre 1863 ersteigerten. Glück brachte ihnen das leider nicht. Ebenso wenig wie dem Geologen Philipp Rohns, der die Saline 1850 gründete, und etlichen weiteren Besitzern, die nach ihnen kamen und alle vergeblich versuchten, die Saline zu einem kommerziellen Erfolg zu machen. Das gelang erst Hermann Bartold Levin, Sohn eines Göttinger Tuchfabrikanten, der die Saline 1881 übernahm und als Ahnherr aller nachfolgenden Generationen den Betrieb mit unternehmerischer Weitsicht und Gründlichkeit zur vollen Blüte brachte. Levins Werk wurde von seinen Söhnen und Enkeln erfolgreich weitergeführt und blieb bis heute ein unabhängiger Familienbetrieb, dessen Leitung seit 1994 in Händen von Jörg Bethmann liegt.

Ein Rundgang